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Uhrenatlas

Breguet · seit 1954

Type XX

Ein Chronograph, der auf einen Druck stoppt, nullt und neu startet: Breguet baute die Type XX in den 1950er-Jahren für die französische Luftwaffe und machte daraus eine zivile Klassikerlinie.

Marke
Breguet
Erschienen
1954 (Auftrag der französischen Luftwaffe; Prototypen 1952)
Name
«Type 20» für die Militärausführung, «Type XX» für die zivilen Uhren
Art
Fliegerchronograph mit Rückstellfunktion («Flyback»)
Werk (1950er-Jahre)
Handaufzug, Valjoux 22 mit Schaltrad, rund 35 Stunden Gangreserve
Stückzahl
gut 4'000 bis 1970, davon rund 1'700 für Militär und Testzentrum
Chronograph mit schwarzem Zifferblatt, Leuchtziffern, zwei Hilfszifferblättern und zwei Drückern an einem schwarzen Band, vor dunklem Hintergrund
Breguet Type XX, Ausführung für die Aéronautique navale (französische Marineflieger) · Bild: Rama, CC BY-SA 3.0 fr

Ein Pflichtenheft der Luftwaffe

Anfang der 1950er-Jahre schrieb die französische Luftwaffe einen Chronographen für ihre Piloten aus, Codename «Type 20». Breguet entwickelte ab 1952 eine reine Gebrauchsuhr für die Luftfahrt: Im Juli 1952 gingen drei Prototypen an die technische Dienststelle der Luftfahrt, im April 1953 entstanden die ersten Stücke mit der Bezeichnung Type 20.

1954 bestellte die Luftwaffe 1'100 Stück, die zwischen 1955 und 1959 geliefert wurden. Die Militäruhr hatte einen 30-Minuten-Zähler, eine Skala in Fünftelsekunden, eine Lünette ohne Skala und eine birnenförmige Krone. Die Uhren blieben Eigentum des Staates: Sie galten als Ausrüstung und wurden nur in Ausnahmefällen persönlich an Piloten abgegeben.

Ein Druck: null und neu

Die Besonderheit der Type XX ist ihre Rückstellfunktion: Ein Druck auf den unteren Drücker stellt den Chronographen auf null und startet ihn sofort neu. So lassen sich mehrere Zeiten direkt nacheinander messen. Das Wort «Flyback» war damals nicht üblich; in Breguets Archiv heisst die Funktion «Sonderfunktion».

Im Inneren arbeitete in den 1950er-Jahren das von Hand aufgezogene Valjoux 22, ein Werk mit Schaltrad (einem Zahnrad, das die Chronographenfunktionen steuert) und rund 35 Stunden Gangreserve. Das Zifferblatt war schwarz, mit Leuchtziffern und Leuchtzeigern.

Nahaufnahme des schwarzen Zifferblatts mit arabischen Leuchtziffern, kleiner Sekunde bei 9 Uhr, Zähler bei 3 Uhr und dem Namenszug Breguet
Zifferblatt der Breguet Type XX, Ausführung für die Aéronautique navale · Bild: Rama, CC BY-SA 3.0 fr

Type 20, Type XX und die Marineflieger

Breguet unterscheidet genau: «Type 20» (mit arabischen Ziffern) steht für die Militärausführung, «Type XX» (mit römischen Ziffern) für die zivilen Uhren, die ab Mitte 1955 so hiessen. «Type» war ursprünglich eine militärische Bezeichnung, kein Modellname im üblichen Sinn. Die zivile Type XX war bei Privatpiloten und Chronographen-Liebhabern beliebt.

Auch andere Stellen bestellten die Uhr: 80 Stück gingen an das Flugerprobungszentrum, 500 Stück an die Marineflieger (Aéronavale), geliefert im Januar 1960. Insgesamt entstanden bis 1970 gut 4'000 Uhren, davon rund 1'700 für die drei grossen Militär- und Testkunden. Bei der Rallye Monte-Carlo 1959 erhielten die drei Sieger je eine Type XX.

Neue Generationen

Nach Breguets Angaben folgte 1971 die zweite Generation. Mitte der 1990er-Jahre kehrte die Type XX mit dem Modell «Aéronavale» zurück, später kamen die Linien Type XXI und Type XXII. 2023 teilte Breguet die Tradition wieder klar auf: Die Type 20 Chronographe 2057 ist der Luftwaffenuhr nachempfunden, die Type XX Chronographe 2067 der zivilen Uhr der 1950er- und 1960er-Jahre.

Beide haben ein 42-Millimeter-Gehäuse aus Stahl, sind bis 10 bar (rund 100 Meter) wasserdicht und laufen mit einer Aufladung 60 Stunden. Die 2067 behält die Rückstellfunktion bei und trägt ein Automatikwerk mit Spirale aus Silizium, das unempfindlicher gegen Magnetfelder sein soll.

Gut zu wissen

  • «Flyback» heisst: Ein Druck auf den unteren Drücker stellt den Chronographen auf null und startet ihn sofort neu, ohne ihn vorher anzuhalten.
  • Die Zahl XX ist römisch für 20: «Type 20» war die Bezeichnung des Pflichtenhefts der Luftwaffe, nicht eine Modellnummer im üblichen Sinn.
  • Die Uhren der Luftwaffe blieben Staatseigentum und wurden nur in Ausnahmefällen persönlich an Piloten übergeben.

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