Rolex · seit 1955
GMT-Master
Entstanden für Piloten auf Langstreckenflügen: Ein vierter Zeiger und eine drehbare 24-Stunden-Lünette machen die GMT-Master zur Uhr für zwei Zeitzonen.
- Marke
- Rolex
- Erschienen
- 1955 (Referenz 6542), entwickelt 1954
- Art
- Reiseuhr mit zweiter Zeitzone
- Entstanden für
- die Fluggesellschaft Pan Am
- Besonderheit
- 24-Stunden-Zeiger und drehbare 24-Stunden-Lünette
- Nachfolger
- GMT-Master II (seit 1982)

Zwei Zeitzonen für Piloten
In den 1950er-Jahren flogen Verkehrsflugzeuge immer öfter in einem Stück über ganze Ozeane. Besatzungen mussten zwei Zeiten im Auge behalten: die Ortszeit und die Zeit am Nullmeridian, die «Greenwich Mean Time», kurz GMT. Die Fluggesellschaft Pan Am suchte 1954 eine Uhr, die mindestens zwei Zeitzonen gleichzeitig anzeigt. Rolex löste das mit einem vierten Zeiger; 1955 kam die GMT-Master auf den Markt.
Pan Am gab die Uhr ihren Piloten und Navigatoren aus, bis die Fluggesellschaft 1991 den Betrieb einstellte.
So funktioniert sie
Die GMT-Master hat zusätzlich zu den drei üblichen Zeigern einen vierten: einen zweiten Stundenzeiger mit dreieckiger Spitze, der sich nur einmal in 24 Stunden dreht. Er zeigt auf einer 24-Stunden-Skala der Lünette, dem drehbaren Ring um das Glas, die Zeit in einer zweiten Zeitzone, etwa die Heimatzeit. Weil sich die Lünette in beide Richtungen drehen lässt, kann man damit sogar eine dritte Zeitzone ablesen.
Die Lünette der ersten Uhr war rot und blau: Rot stand für den Tag, Blau für die Nacht. Wegen der Farben nennt man solche Uhren «Pepsi», wie die Limonade. Das erste Modell, die Referenz (Modellnummer) 6542, hatte eine Lünette aus Bakelit, einem frühen Kunststoff. Er brach leicht, deshalb wurden viele später durch Aluminium ersetzt; Uhren mit der originalen Lünette sind selten.
Von der 6542 zur GMT-Master II
1959 löste die Referenz 1675 das erste Modell ab: mit 40 Millimetern etwas grösser, mit Kronenschutz und einer Lünette aus Aluminium. Sie blieb mehr als 20 Jahre im Programm.
1982 kam die GMT-Master II. Ein neues Werk erlaubt es, den normalen Stundenzeiger einzeln in Stundenschritten zu verstellen, ohne die anderen Zeiger anzuhalten. Das ist praktisch bei einer Reise: Man stellt die Ortszeit um, und der 24-Stunden-Zeiger zeigt weiter die Heimatzeit. Die einfache GMT-Master lief jahrelang parallel weiter und endete 1999.
Keramik und Farben
2005 bekam ein Goldmodell die erste Lünette aus Keramik (bei Rolex «Cerachrom» genannt), 2007 folgten die Stahlmodelle. 2013 erschien die erste zweifarbige Keramiklünette in Blau und Schwarz mit dem Spitznamen «Batman». Die rot-blaue «Pepsi» gab es in Keramik zuerst 2014 in Weissgold, 2018 dann in Stahl, zusammen mit dem neuen Kaliber (Werktyp) 3285 mit rund 70 Stunden Gangreserve. Im selben Jahr kam auch eine Version mit braun-schwarzer Lünette dazu, die «Root Beer» heisst. Laut Rolex ist die GMT-Master II bis 100 Meter wasserdicht.
Gut zu wissen
- GMT steht für «Greenwich Mean Time», die mittlere Sonnenzeit am Nullmeridian in Greenwich bei London.
- Heute heisst die Uhr offiziell GMT-Master II; die einfache GMT-Master wurde 1999 eingestellt.
- Die Spitznamen kommen von den Lünettenfarben: «Pepsi» (rot-blau), «Batman» (blau-schwarz) und «Root Beer» (braun-schwarz).
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Stand: 26.10.2026