
Panerai · 1993
Luminor
Gross, kissenförmig und mit einer Brücke über der Krone: Die Luminor geht auf Werkzeuguhren für Kampfschwimmer der italienischen Marine zurück und wurde in den 1990er-Jahren zur Luxusuhr.
Grosse Luxusmarken · seit 1860
Panerai begann 1860 als Uhrmacherladen in Florenz und rüstete später die italienische Marine mit Taucherinstrumenten aus. Heute gehört die Marke zu Richemont und baut ihre Uhren in Neuchâtel.

1860 eröffnete Giovanni Panerai in Florenz ein Uhrmachergeschäft, das Verkaufsraum und Werkstatt zugleich war und als erste Uhrmacherschule der Stadt gilt. Sein Enkel Guido Panerai baute das Haus aus und belieferte die Königlich Italienische Marine mit Präzisionsinstrumenten.
Je nach Quelle 1915 oder 1916 entstand im Haus eine radiumhaltige Leuchtmasse mit dem Namen Radiomir. Wegen der Gesundheitsrisiken wurde Radium später aufgegeben.
Für Kampfschwimmer der italienischen Marine entstanden ab 1936 Prototypen der Radiomir-Uhr, 1938 wurden die ersten Uhren ausgeliefert. Die Handaufzugswerke lieferte nach gängiger Darstellung Rolex, Panerai fertigte unter anderem die Zifferblätter. Die Gesamtzahl dieser Uhren schätzt man auf 1'600 bis 2'000.
1949 meldete Panerai nach gängiger Darstellung ein Patent für Luminor an, eine tritiumhaltige Leuchtmasse, die der späteren Uhr den Namen gab. Um 1950 erhielt die Luminor die halbmondförmige Kronenbrücke, die die Aufzugskrone schützt, und 1956 entstand für die ägyptische Marine die Egiziano mit einem Gehäuse von 60 Millimetern. Teile der Luminor-Geschichte, vor allem zur Leuchtmasse, gelten als umstritten.

Die Belieferung der Marina Militare endete 1970, 1972 ging das Haus an den Ingenieur Dino Zei. 1993 kamen mit Luminor, Luminor Marina und Mare Nostrum die ersten Modelle in den freien Verkauf. 1997 übernahm die Vendôme-Gruppe, aus der später Richemont hervorging, die Marke; 1998 debütierte sie an der Genfer Luxusuhrenmesse SIHH.
Richemont positionierte Panerai später als Luxusmarke in einem höheren Preissegment. Zur Bekanntheit trug bei, dass Sylvester Stallone im Film «Daylight» eine Panerai trug.
2002 richtete Panerai in Neuchâtel eine eigene Werkstatt ein. 2005 folgte mit der Serie P.2002 das erste hauseigene Werk, 2007 kamen die Werke P.2003, P.2004 und P.2005 dazu. Zuvor setzte die Marke überwiegend ETA-Werke ein.
2014 bezog das Haus in Neuchâtel ein neues Gebäude mit rund 10'000 Quadratmetern. Dort entstehen Werkteile wie Platinen und Brücken (die tragenden Teile eines Uhrwerks), ausserdem Montage und Qualitätskontrolle; einzelne Werke, etwa die Serie P.2002, werden dort gebaut. Daneben kommen auch Werke der Manufacture Horlogère ValFleurier zum Einsatz.
Panerai ist keine Schweizer Gründung: Das Haus entstand 1860 in Florenz und belieferte lange vor allem die Marine.
Im Uhrenatlas steht Panerai als Grenzfall, weil die Uhren heute in der Schweiz gebaut werden: Seit 2002 arbeitet das Haus in Neuchâtel, seit 2014 in einem eigenen Manufakturgebäude, und die Marke gehört seit 1997 zu Richemont, einem Genfer Konzern. Die Verbindung nach Florenz bleibt dennoch ein wichtiger Teil der Geschichte.


Panerai · 1993
Gross, kissenförmig und mit einer Brücke über der Krone: Die Luminor geht auf Werkzeuguhren für Kampfschwimmer der italienischen Marine zurück und wurde in den 1990er-Jahren zur Luxusuhr.
1936 · Taucheruhr
Die Urform: Prototypen für Kampfschwimmer der italienischen Marine ab 1936, erste Lieferungen 1938, mit grossem 46-Millimeter-Gehäuse und einer radiumhaltigen Leuchtmasse namens Radiomir, die der Uhr den Namen gab. Die Werke stammten nach gängiger Darstellung von Rolex.
1943 · Chronograph
Ein Chronograph (Uhr mit Stoppfunktion), der 1943 für Decksoffiziere der Marine entstand und erst 1993 als limitierte Auflage in den freien Verkauf kam.
1950 · Taucheruhr
Erkennbar an der halbmondförmigen Kronenbrücke, die die Aufzugskrone schützt. Der Name geht auf eine tritiumhaltige Leuchtmasse zurück, die Panerai 1949 patentierte; in den freien Verkauf kam die Luminor erst 1993.
1956 · Taucheruhr
Eine Radiomir-Variante für die ägyptische Marine: ein 60-Millimeter-Gehäuse mit höherer Wasserdichtigkeit, Kronenbrücke und Lünettenskala zum Messen der Tauchzeit.
1940 · Taucheruhr
Eine Radiomir mit kissenförmigem Gehäuse und verstärkten Bügeln (Hörnern); laut Monochrome 2012 neu aufgelegt.
1993 · Taucheruhr
Eines der drei Modelle, mit denen Panerai 1993 erstmals für ein breiteres Publikum in den freien Verkauf ging; sie hat zusätzlich eine kleine Sekunde (Hilfszifferblatt).
Taucheruhr
Die moderne 44-Millimeter-Taucheruhr in der Luminor-Tradition mit Kronenbrücke; heutige Modelle laufen mit dem Hauswerk P.9010 (2015 entwickelt, drei Tage Gangreserve).
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Für Sammler
Giampiero Negretti, Département Archives Panerai · 2025 · Englisch · 192 Seiten
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Stand: 25.10.2026