Avantgarde – die Wilden · seit 1997
Urwerk
Bei Urwerk wandern die Stunden: Statt eines Stundenzeigers kreisen Satelliten mit Stundenzahlen über eine Minutenskala. Der Uhrmacher Felix Baumgartner und der Designer Martin Frei gründeten die kleine Genfer Marke 1997.
- Gegründet
- 1997 in Genf
- Gründer
- Felix Baumgartner (Uhrmacher), Martin Frei (Designer) und Thomas Baumgartner
- Sitz
- Genf
- Gehört zu
- Unabhängig (laut Marke)
- Bekannt für
- Satelliten-Stundenanzeige (UR-103), UR-1001 «Zeit Device», EMC und AMC

Wandernde Stunden
Urwerk geht auf ein Treffen von Felix Baumgartner und Martin Frei im Jahr 1995 zurück. Baumgartner, der aus einer Uhrmacherfamilie stammt und in Genf als unabhängiger Uhrmacher arbeitete, entwickelte mit seinem Bruder Thomas die Technik; Frei, ein Designer, zeichnete die Uhr. 1997 entstand daraus die Firma Urwerk SA. Die ersten Uhren, UR-101 und UR-102, zeigte Urwerk an der Baselworld am Stand der AHCI, der Vereinigung unabhängiger Uhrmacher.
Das Prinzip: Die Stundenzahlen sitzen auf Satelliten, die auf einem drehenden Träger kreisen und nacheinander über eine Minutenskala wandern. Der Satellit, der gerade auf der Skala liegt, zeigt die Stunde, ein Zeiger daran die Minute. Als Vorbild nennen die Gründer eine Nachtuhr der Brüder Campani aus dem 17. Jahrhundert; «UR» im Namen steht nach ihrer Erklärung für die sumerische Stadt Ur, «Werk» für Arbeit oder Schaffen.
Der UR-103 und die Folgen
Zum Durchbruch wurde 2003 der UR-103: ein rechteckiges, gewölbtes Gehäuse mit vier Satelliten und einem handaufgezogenen Werk. Auf der Rückseite sitzt eine «Kontrolltafel» mit Gangreserve und Feineinstellung. Der UR-103 weckte das Interesse von Harry Winston, woraus 2005 die Opus V entstand. Thomas Baumgartner verliess Urwerk 2004; der UR-103 blieb bis 2010 im Programm.
Später kamen unter anderem der UR-110 und die UR-1001 «Zeit Device» (2011) dazu. Der UR-110 erhielt 2011 am Grand Prix d'Horlogerie de Genève einen Designpreis. Die UR-1001 ist ein grosser Zeitmesser und die erste Taschenuhr der Marke. 2013 folgte die EMC, eine mechanische Uhr, deren Gang man laut Urwerk messen und selbst regulieren kann. Als Nachfolger gilt die AMC, die mit einer Atomuhr-Basis kombiniert wird.

Klein und eigenständig
Urwerk bezeichnet sich als unabhängig und baut sehr kleine Serien: Vom UR-103.06 entstanden zehn Stück, vom UR-220 sind es etwa fünf pro Jahr, vom AMC vier. Das erste Atelier lag 1998 an der Rue de Cornavin in Genf; Genf blieb der Sitz der Marke.

Meilensteine
- 1997 Gründung von Urwerk SA in Genf; UR-101 und UR-102 erscheinen an der Baselworld.
- 2003 Der UR-103 mit vier Satelliten erscheint.
- 2005 Die Opus V entsteht in Zusammenarbeit mit Harry Winston.
- 2011 Die UR-1001 «Zeit Device» erscheint, die erste Taschenuhr der Marke.
- 2013 Die EMC (Electro-Mechanical Control) wird angekündigt.
- 2017 Zum 20-Jahr-Jubiläum erscheint die UR-T8 «Transformer».
Wichtige Modelle von Urwerk
UR-103
2003 · Satelliten-Stundenanzeige
Der Durchbruch der Marke: Die Stundenzahlen sitzen auf Satelliten, die auf einem drehenden Träger kreisen und nacheinander über eine Minutenskala wandern. Auf dem Gehäuseboden gibt es eine «Kontrolltafel» mit Gangreserve und Feineinstellung.
UR-110
2011 · Satelliten-Stundenanzeige
Eine Satelliten-Uhr mit parallel wandernden «Torpedo»-Zeigern; sie erhielt einen Designpreis am Grand Prix d'Horlogerie de Genève.
UR-1001 «Zeit Device»
2011 · Taschenuhr
Die erste Taschenuhr der Marke, schwer und kompliziert, mit rückläufiger Minutenanzeige und einem Kalender mit Satelliten; sie wurde nur in sehr kleiner Zahl gebaut.
EMC
2013 · Mechanische Uhr mit Gangkontrolle
«Electro-Mechanical Control»: Eine rein mechanische Uhr, deren Ganggenauigkeit man laut Urwerk selbst messen und einstellen kann.
UR-T8 «Transformer»
2017 · Wandlungsuhr
Zum 20-Jahr-Jubiläum: Das Gehäuse lässt sich öffnen und umdrehen, bis ein Titanschild das Zifferblatt schützt.
Stand: 25.10.2026