
Breitling · 1952
Navitimer
Eine Stoppuhr, die rechnen kann: Die Navitimer entstand 1952 für Piloten und ist laut Breitling die berühmteste Uhr der Marke.
Grosse Luxusmarken · seit 1884
Aus einer Chronographen-Werkstatt in Saint-Imier wurde die Uhrenmarke der Piloten: Breitling steht seit 1884 für Zeitmesser mit Stoppfunktion – und für die Navitimer mit ihrem Rechenschieber.

1884 eröffnete der 24-jährige Léon Breitling in Saint-Imier ein eigenes Atelier und spezialisierte sich auf Chronographen, also Uhren mit Stoppfunktion. 1892 zog er nach La Chaux-de-Fonds, das damals als Zentrum der Schweizer Uhrmacherei galt, und baute die Werkstatt zur Fabrik aus. Nach Léons Tod 1914 übernahm sein Sohn Gaston.
Gaston Breitling brachte 1915 eine Uhr mit eigenem Chronographen-Drücker bei 2 Uhr heraus, laut Breitling die erste ihrer Art. Ab den 1930er-Jahren führte sein Sohn Willy die Firma. 1933 meldete er ein Patent für einen zweiten Drücker bei 4 Uhr an, der das Zurückstellen auf null übernimmt. Diese Erfindung gilt als Grundlage des modernen Chronographen.
1942 erschien die Chronomat, laut Breitling der erste Chronograph mit kreisförmigem Rechenschieber. Daraus entwickelte Willy Breitling die Navitimer: 1952 bat ihn die US-Pilotenvereinigung AOPA um einen Chronographen für ihre Mitglieder. In die drehbare Lünette, den Ring um das Zifferblatt, ist ein Rechenschieber eingebaut, mit dem Piloten zum Beispiel Durchschnittsgeschwindigkeit, Treibstoffverbrauch oder Steig- und Sinkrate berechnen. Unter eigenem Namen kam die Navitimer Mitte der 1950er-Jahre in den Handel.
Die Version für AOPA-Mitglieder trug kein Breitling-Zeichen, sondern das geflügelte AOPA-Emblem. Zu den Trägern der Navitimer zählen laut Breitling der Jazzmusiker Miles Davis und Rennfahrer wie Jim Clark.
Am 24. Mai 1962 umkreiste der Astronaut Scott Carpenter in der Kapsel Aurora 7 dreimal die Erde. Er trug dabei eine eigens angefertigte Navitimer mit 24-Stunden-Zifferblatt, laut Breitling die erste Schweizer Armbanduhr im Weltraum. Später kam sie als «Cosmonaute» in den Handel.
1969 entwickelte Breitling gemeinsam mit dem Haus Heuer (der späteren Marke TAG Heuer) und Buren das «Chrono-Matic», ein Chronographenwerk mit Selbstaufzug. Laut Breitling war es das erste automatische Chronographenwerk der Welt.

In der Quarzkrise der späten 1970er-Jahre, als günstige Quarzuhren den Markt überrollten, schloss die Fabrik in La Chaux-de-Fonds im Dezember 1978. Am 5. April 1979 übernahm Ernest Schneider, ein Pilot und früherer Leiter der Uhrenfirma Sicura, die Marke. Die Produktion zog in die frühere Sicura-Fabrik in Grenchen. Breitling nutzte Quarzwerke wegen ihrer Zuverlässigkeit, setzte aber unter dem Leitspruch «Instruments for Professionals» weiter auf mechanische Uhren.
1984 erschien zum 100-Jahr-Jubiläum die mechanische Chronomat neu. Sie ging aus einem Chronographen für die italienische Kunstflugstaffel Frecce Tricolori hervor und trug laut Breitling zur Wiederbelebung des mechanischen Chronographen bei. 1988 folgte die Emergency, eine Armbanduhr mit eingebautem Notsender, die als erste ihrer Art gilt. 2009 stellte die Marke mit dem Kaliber 01 ihr erstes eigenes Werk vor.
1994 übernahm Theodore Schneider die Führung von seinem Vater. 2017 verkaufte die Familie Schneider 80 Prozent der Firma an den Finanzinvestor CVC Capital Partners, und Georges Kern wurde Chef. 2018 ging auch der Rest an CVC.
Im Dezember 2022 vereinbarte der Investor Partners Group, seinen Anteil aufzustocken und grösster Aktionär zu werden. CVC und das Management blieben beteiligt. Alfred Gantner, Mitgründer der Partners Group, wurde Verwaltungsratspräsident; Georges Kern blieb Chef.

Breitling · 1952
Eine Stoppuhr, die rechnen kann: Die Navitimer entstand 1952 für Piloten und ist laut Breitling die berühmteste Uhr der Marke.
Fliegerchronograph mit Rechenschieber
1952 bat die US-Pilotenvereinigung AOPA Willy Breitling um einen Chronographen für ihre Mitglieder. Die Antwort war eine Uhr mit Rechenschieber in der drehbaren Lünette, mit dem Piloten zum Beispiel Geschwindigkeit, Treibstoffverbrauch oder Umrechnungen berechnen. Unter dem Namen Breitling kam sie Ende 1955 in den Handel und gehört laut Marke zu den am längsten ununterbrochen gebauten Armbanduhren.
1942 · Chronograph (Uhr mit Stoppfunktion) mit Rechenschieber
Die Chronomat von 1942 mit Rechenschieber-Lünette lieferte die Idee für die Navitimer. Zum 100-Jahr-Jubiläum 1984 erschien sie als mechanischer Chronograph neu, abgeleitet vom Modell für die italienische Kunstflugstaffel Frecce Tricolori; seit 2009 gibt es sie mit dem hauseigenen Kaliber 01.
1957 · Taucheruhr
Die Superocean von 1957 (Referenz 807) ist bis 200 Meter wasserdicht. Laut Breitling war sie der erste Tauch-Chronograph; daneben gab es Ausführungen nur mit Zeitanzeige. Heute lebt sie unter anderem als Superocean Heritage '57 weiter.
1962 · Navitimer mit 24-Stunden-Zifferblatt
Die Navitimer mit 24-Stunden-Skala trug der Astronaut Scott Carpenter am 24. Mai 1962 auf seinem Flug um die Erde. Später kam sie als «Cosmonaute» in den Handel.
1964 · Chronograph für den Alltag
Eine Linie für «junge, aktive Berufstätige» mit kissenförmigem Gehäuse und grafischen Zifferblättern. Im James-Bond-Film «Thunderball» von 1965 kam eine Uhr mit Geigerzähler vor.
1988 · Armbanduhr mit Notsender
1988 mit einer Antenne eingeführt; die Version von 1995 hatte ein patentiertes Antennensystem, zwei Antennen und 48 Stunden unabhängige Energie. Die Emergency II von 2013 ist ein Notsender für zwei Frequenzen.
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Stand: 25.10.2026