Omega · seit 1948
Seamaster
Gestartet als wasserdichte Alltagsuhr, berühmt geworden als Taucheruhr: Die Seamaster gilt als die am längsten gebaute Modellfamilie von Omega und begleitet James Bond seit 1995.
- Marke
- Omega
- Erschienen
- 1948, zum 100-Jahr-Jubiläum von Omega
- Art
- Familie wasserdichter Uhren: Alltags-, Sport- und Taucheruhren
- Taucher-Linie
- seit 1957 (Seamaster 300)
- Wasserdicht
- je nach Modell 150 bis 1'200 m (Aqua Terra 150 m, Diver 300M 300 m, Planet Ocean ab 600 m, Ploprof 1'200 m)
- Bekannt aus
- James-Bond-Filmen seit «GoldenEye» (1995)

Wasserdicht für Stadt, Meer und Land
1948, zum 100-jährigen Bestehen von Omega, kam die erste Seamaster auf den Markt. Sie war noch keine Taucheruhr, sondern eine robuste Alltagsuhr, die Wasser fernhalten sollte – gedacht für «Stadt, Meer und Land».
Das Geheimnis war die Dichtung: Ein Gummiring, ein sogenannter O-Ring, dichtete das Gehäuse ab. Solche Dichtungen kannte man aus Unterseebooten des Zweiten Weltkriegs. Sie vertrugen Temperatur- und Druckschwankungen besser als die älteren Dichtungen aus Blei oder Schellack.
Schon 1932 hatte Omega laut eigener Darstellung mit der «Marine» die erste Uhr gebaut, die eigens für zivile Taucher gedacht war. 1955 erreichte ein Taucher in Australien mit einer Seamaster 62,5 Meter Tiefe – der erste Tauchrekord der Linie.
1957: Die Seamaster wird zur Taucheruhr
1957 stellte Omega drei Werkzeuguhren zugleich vor, die «Trilogie»: die Speedmaster für den Rennsport, die Railmaster für Menschen, die nahe an Magnetfeldern arbeiten, und die Seamaster 300 für Berufstaucher.
Die Seamaster 300 hatte eine drehbare Lünette – den Ring um das Zifferblatt –, an der man die Tauchzeit einstellt, dazu ein dunkles Zifferblatt mit gut ablesbaren Leuchtzeichen und einen verschraubten Gehäuseboden. Die Zahl im Namen steht für die angegebene Wasserdichtigkeit: 300 Meter.
Das Team des Meeresforschers Jacques-Yves Cousteau trug die Seamaster 300 im Sommer 1963 bei den Unterwasser-Experimenten «Precontinent II» im Roten Meer. Von 1967 bis 1971 gaben die britische Royal Navy und die britische Armee sie an Spezialeinheiten ab. Um 1970 folgte die Ploprof (von «Plongeur Professionnel», Berufstaucher), eine besonders robuste Uhr für grosse Tiefen.
James Bond und die Seamaster
Bis 1995 trugen die Bond-Darsteller wechselnde Uhren, oft eine Rolex Submariner. Für «GoldenEye» wählte die Kostümbildnerin Lindy Hemming eine Seamaster, weil Bond moderner und europäischer wirken sollte. Pierce Brosnan trug die Seamaster Professional Diver 300M, eine Taucheruhr mit Wellenmuster auf dem Zifferblatt.
Seither trägt Bond laut Omega in jedem Film eine Seamaster. Die Diver 300M war in sechs Filmen zu sehen, dazu kamen die Planet Ocean und die Aqua Terra. Für «Keine Zeit zu sterben» (2021) entstand zusammen mit Daniel Craig eine neue Diver 300M: mit Titangehäuse, Milanaise-Armband (einem feinen Stahlgeflecht) und ohne Datumsfenster.
Eine Familie mit vielen Gesichtern
Heute ist «Seamaster» der Name einer ganzen Familie. Die Diver 300M (seit 1993) ist die klassische Taucheruhr mit Wellenmuster auf dem Zifferblatt und einem Heliumventil, das beim Auftauchen eingedrungenes Helium entweichen lässt. Die Planet Ocean (seit 2005) ist für mindestens 600 Meter gebaut. Die Aqua Terra (seit 2002) hält 150 Meter und ist eine sportlich-elegante Uhr ohne Taucher-Lünette.
Viele Modelle haben Werke mit der Co-Axial-Hemmung, die der englische Uhrmacher George Daniels erfunden hat, und werden als «Master Chronometer» vom Eidgenössischen Institut für Metrologie (METAS) geprüft.
Spektakulär war 2019 eine Tauchfahrt in den Marianengraben, den tiefsten Punkt der Weltmeere: Am 28. April steuerte Victor Vescovo sein Tauchboot dorthin. Mit an Bord war eine Seamaster Planet Ocean Ultra Deep Professional, ein Prototyp. Laut Omega erreichte die Uhr rund 10'900 Meter Tiefe; sie gilt als die am tiefsten getauchte Armbanduhr.

Gut zu wissen
- Auf dem Gehäuseboden vieler Seamaster ist ein Seepferdchen (der «Hippokamp») eingraviert.
- Nicht verwechseln: Die «Seamaster 300» ist die moderne Neuauflage der Taucheruhr von 1957, die «Seamaster Diver 300M» dagegen eine eigene, jüngere Taucheruhr (seit 1993).
- Wie tief eine Seamaster taucht, hängt vom Modell ab: 150 m (Aqua Terra), 300 m (Diver 300M), mindestens 600 m (Planet Ocean), bis 1'200 m (Ploprof).
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Stand: 26.10.2026