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Uhrenatlas

Rolex · seit 1963

Daytona

Gebaut für Rennfahrer, anfangs eher ein Ladenhüter, heute heiss begehrt: Der Chronograph mit der Tachymeter-Lünette zählt zu den bekanntesten Rennsportuhren.

Marke
Rolex
Erschienen
1963 (Referenz 6239)
Art
Chronograph (Stoppuhr-Funktion) mit Tachymeter-Skala
Name
Cosmograph Daytona, nach der Rennstadt Daytona in Florida
Durchmesser
37 mm (1963), 40 mm (seit 1988)
Werk
erst Handaufzug (Valjoux), ab 1988 Automatik auf Zenith-Basis, seit 2000 eigenes Rolex-Werk
Stahl-Daytona mit schwarzem Zifferblatt, drei hellen Hilfszifferblättern und schwarzer Tachymeter-Lünette, schräg von oben auf einem grau-weiss gestreiften Wollstoff im Seitenlicht.
Rolex Cosmograph Daytona aus Stahl mit schwarzer Keramiklünette (Referenz 116500LN) · Bild: section215, CC BY 2.0

Ein Chronograph für Rennfahrer

1963 stellte Rolex einen Chronographen mit der Referenz (Modellnummer) 6239 vor. Ein Chronograph ist eine Uhr mit Stoppfunktion; zwei Drücker neben der Krone starten und stoppen die Zeitmessung. Die Tachymeter-Skala, mit der man aus einer gestoppten Zeit die Durchschnittsgeschwindigkeit abliest, stand bei diesem Modell nicht mehr auf dem Zifferblatt, sondern auf der Lünette, dem Ring um das Glas. Das gleiche Prinzip nutzt auch die Speedmaster.

Der Name «Daytona» verweist auf die Stadt in Florida, die für Geschwindigkeitsrekorde am Strand und später für Autorennen bekannt ist. Auf dem Zifferblatt stand er zunächst noch nicht; die Aufschrift kam 1964 dazu.

Das erste Modell hatte ein rundes Gehäuse von rund 37 Millimetern und ein von Hand aufgezogenes Werk der Firma Valjoux. 1965 kamen Krone und Drücker zum Einschrauben dazu (Referenz 6240), damit die Uhr auch beim Stoppen wasserdicht blieb.

Ein langsamer Start

Die frühen Daytonas verkauften sich schlecht; bis in die 1980er-Jahre galten viele Modelle als Ladenhüter. Das änderte sich 1988: Rolex baute die Daytona nun mit Selbstaufzug, als Basis diente das Chronographenwerk El Primero der Firma Zenith, das Rolex stark überarbeitete. Das Gehäuse wuchs auf 40 Millimeter, das Glas bestand jetzt aus Saphir (sehr kratzfestem Kristall). Mit dieser Generation wurde die Daytona deutlich gefragter.

2000 folgte ein eigenes Rolex-Werk, das Kaliber (der Werktyp) 4130, mit rund 72 Stunden Gangreserve. Seither fertigt Rolex das Chronographenwerk selbst.

Rolex Daytona aus Stahl und Gold mit weissem Zifferblatt, goldfarbenen Hilfszifferblättern und Tachymeter-Lünette auf einem blauen Uhrenkissen
Rolex Daytona (Ref. 16523) aus Stahl und Gold, Ende der 1990er-Jahre · Bild: Clyde94, CC BY-SA 4.0

Das «exotische» Zifferblatt

In den 1960er- und 1970er-Jahren baute Rolex neben den normalen auch Daytonas mit einem «exotischen» Zifferblatt, das sich in der Gestaltung der Hilfszifferblätter unterscheidet. Damals fanden sie wenig Käufer, heute sind sie besonders gesucht. Sie heissen «Paul Newman»-Zifferblätter, nach dem Schauspieler, der eine solche Uhr trug.

Am 26. Oktober 2017 versteigerte das Auktionshaus Phillips in New York eine Daytona (Referenz 6239) aus dem Besitz dieses Schauspielers für 17'752'500 US-Dollar einschliesslich Aufgeld, also rund 17,8 Millionen. Das war damals ein Rekord für eine Armbanduhr bei einer Auktion. Den bisherigen Rekord hatte im November 2016 eine Stahl-Patek Philippe Ref. 1518 mit 11,1 Millionen US-Dollar gehalten.

Keramik und neue Generation

2011 erhielt die Daytona zum ersten Mal eine Lünette aus Keramik (bei Rolex «Cerachrom» genannt), zunächst bei einem Goldmodell. 2016 folgte die Stahlausführung mit schwarzer Keramiklünette (Referenz 116500LN). 2023 stellte Rolex die aktuelle Generation mit der Referenz 126500LN vor; sie hat ein überarbeitetes Werk, das Kaliber 4131.

Gut zu wissen

  • Die Tachymeter-Skala rechnet Zeit in Geschwindigkeit um: Wer für einen Kilometer 30 Sekunden braucht, fährt im Schnitt 120 km/h.
  • Ein Chronograph stoppt Zeiten, ein Chronometer ist eine besonders genau gehende, amtlich geprüfte Uhr. Die Daytona ist beides.

Weitere Bilder der Daytona

Ausschnitt einer Stahl-Daytona mit schwarzer Keramiklünette, Tachymeter-Skala, Krone und beiden Chronographen-Drückern auf grauem Wollstoff.
Rolex Daytona 116500LN: Lünette und Drücker im Detail · Bild: section215, CC BY 2.0
Rolex-Daytona-Chronograph aus Gelbgold mit schwarzer Tachymeter-Lünette, schwarzem Zifferblatt, drei hellen Hilfszifferblättern und goldenem Gliederband auf einem weissen Präsentationskissen
Rolex Cosmograph Daytona aus Gelbgold mit schwarzer Keramiklünette · Bild: Verygoodlord, CC BY-SA 4.0
Rolex Cosmograph Daytona mit blauem Zifferblatt auf einem Felsen, Hintergrund schwarz-weiss
Rolex Daytona mit blauem Zifferblatt · Bild: paalk (Pixabay), Pixabay-Inhaltslizenz

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