Die erste Luxusuhr soll zu dir und deinem Alltag passen. Hier erfährst du, welche Punkte vor dem Kauf zählen, von der Grösse über das Werk bis zu den Kosten für den Service.
Der Durchmesser des Gehäuses sagt nur einen Teil. Wichtiger für den Sitz ist oft der Abstand von der Spitze der oberen zur Spitze der unteren Bandanstösse, englisch «lug-to-lug». Ist dieser Abstand länger als dein Handgelenk breit ist, wirkt die Uhr schnell zu gross. Stehen die Bandanstösse seitlich über das Handgelenk hinaus oder entsteht eine Lücke, ist sie zu lang.
Zwei Uhren mit gleichem Durchmesser können deshalb ganz unterschiedlich sitzen. Probiere die Uhr wenn möglich an. Das Band sitzt richtig, wenn noch ein Finger darunter Platz hat.
Das Werk: Automatik, Handaufzug oder Quarz
Eine mechanische Uhr bezieht ihre Kraft aus einer Zugfeder. Bei einer Handaufzugsuhr ziehst du sie über die Krone auf, bei einer Automatikuhr spannt ein Rotor die Feder durch die Bewegung deines Arms. Wie das genau funktioniert, zeigt die Seite Aufzug und Automatik.
Eine Quarzuhr läuft mit Batterie und ist im Service meist günstiger. Die Batterie selbst ist laut Marke, etwa bei Longines, von der Garantie ausgenommen. Was die beiden Bauarten unterscheidet, erklärt die Seite Quarz oder Mechanik. Wie genau eine mechanische Uhr laufen muss, um als Chronometer zu gelten, steht auf der Seite Chronometer.
Wasserdichtigkeit
Die Angabe in Metern oder bar ist ein Prüfdruck, keine Tiefe für den Alltag. Eine Uhr mit 30 Metern ist nicht zum Schwimmen gedacht. Willst du die Uhr beim Baden oder Tauchen tragen, brauchst du mehr Reserve.
Uhren, die als Taucheruhr nach der Norm ISO 6425 gekennzeichnet sind, müssen mindestens 100 Meter erreichen, und jedes einzelne Stück wird geprüft. Mehr dazu auf der Seite Taucheruhr. Denk daran: Dichtungen altern, darum lässt du die Wasserdichtigkeit regelmässig prüfen.
Ablesbarkeit
Eine Uhr trägst du jeden Tag, also sollte sie sich auf einen Blick ablesen lassen. Achte beim Anprobieren auf den Kontrast zwischen Zeigern und Zifferblatt und auf gut erkennbare Stundenmarken. Prüfe auch, ob du die Zeit bei schwachem Licht noch erkennst.
Brauchst du die Uhrzeit auch im Dunkeln, helfen Zeiger und Stundenmarken mit Leuchtmasse. Bei Taucheruhren nach ISO 6425 ist das Pflicht: Sie müssen in völliger Dunkelheit auf 25 Zentimeter Abstand ablesbar sein.
Servicekosten einplanen
Eine mechanische Uhr braucht von Zeit zu Zeit eine Revision. Laut Omega etwa alle fünf bis acht Jahre, je nach Gebrauch. Die Kosten hängen vom Werk ab: Laut den Preislisten der Marken, Stand 26. Oktober 2026, kostet ein Komplettservice bei Longines 230 Franken für eine Quarzuhr, 350 Franken für eine mechanische Uhr mit zwei oder drei Zeigern und 460 Franken für einen mechanischen Chronographen, mit Steuer. Bei Audemars Piguet sind es für eine Royal Oak 950 Franken mit Automatikwerk und 1700 Franken als Chronograph, ohne Steuer.
Faustregel aus diesen Zahlen: Je mehr Funktionen, desto teurer der Service. Mehr dazu auf der Seite Pflege und Revision.
Beim Konzessionär oder gebraucht kaufen
Der Konzessionär ist ein offizieller Händler der Marke. Bei ihm bekommst du die volle Herstellergarantie. Laut Marke gilt sie bei Longines zum Beispiel nur, wenn ein offizieller Händler die Garantiekarte datiert, ausgefüllt und gestempelt hat. Longines gibt 24 Monate, für mechanische Uhren, die seit dem 1. Januar 2021 gekauft wurden, fünf Jahre.
Bei einer gebrauchten Uhr kann die Garantie abgelaufen sein, und du musst Echtheit und Zustand selbst klären. Manche Marken bieten geprüfte Gebrauchtuhren mit neuer Garantie an; Rolex etwa verkauft laut Marke seit Dezember 2022 über offizielle Händler «Certified Pre-Owned»-Uhren mit zwei Jahren Garantie. Wie du Fälschungen erkennst und was Begriffe wie «Full Set» bedeuten, steht unter Fälschungen erkennen und Begriffe beim Kauf.
Kaufe eine Uhr, weil sie dir gefällt und zu deinem Alltag passt. Diese Seite macht keine Aussagen darüber, wie sich der Preis einer Uhr entwickelt, und gibt keine Anlagetipps.
Gut zu wissen
Der Abstand zwischen den Bandanstössen sagt oft mehr über den Sitz als der Durchmesser.
«30 m» auf dem Gehäuse heisst nicht, dass du mit der Uhr schwimmen kannst.
Eine Quarzuhr ist im Service günstiger als eine mechanische Uhr, ein Chronograph teurer als eine Uhr mit drei Zeigern.
Die volle Herstellergarantie bekommst du in der Regel nur mit einer Garantiekarte, die ein offizieller Händler ausgefüllt hat.
Hält eine Automatikuhr in Bewegung, solange sie nicht am Handgelenk ist. Praktisch bei Uhren mit Datum, Kalender oder Mondphase, die man sonst nach jeder Pause neu stellen muss. Nötig ist ein Uhrenbeweger nicht: Eine stehende Uhr nimmt keinen Schaden. Laut Hersteller mit Holzgehäuse, leisem Motor und einstellbarer Drehrichtung.
Bewahrt mehrere Uhren staubfrei und ohne Kratzer auf: Jede Uhr liegt auf einem eigenen Kissen und stösst nicht an die anderen. Laut Hersteller mit zehn Fächern und weichem Futter.
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